Prisma Frankfurt – Zirkulärer Innenausbau im Bestand

Auf einer Fläche von rund 44.000 Quadratmetern realisierte die Bauherrin Patrol S.A.R.L gemeinsam mit dem Projektentwickler Sonar Real Estate sowie Theil Concept und Concular Spaces ein innovatives Konzept für den nachhaltigen Innenausbau. Ziel war es, bestehende Materialien zu erhalten, aufzubereiten und in neue Nutzungskreisläufe zu überführen – anstatt sie zu entsorgen und durch Neumaterial zu ersetzen.

Bereits im Jahr 2021 begann die digitale Erfassung des gesamten Gebäudebestands – und damit die Grundlage für eine präzise Planung und gezielte Wiederverwendung. 2022 folgte die Vermarktung der wiedergewonnenen Materialien, insbesondere für den Innenausbau. Im darauffolgenden Jahr, 2023, wurden über 1.000 Laufmeter Systemtrennwände sorgfältig demontiert und in der Tiefgarage des Gebäudes zwischengelagert. Ein Teil dieser Elemente – rund 80 Laufmeter – wurde anschließend von Concular aufbereitet und im Berliner Büroprojekt von UNDKRAUSS und MBN erneut eingebaut.

Das Gebäude ist nun fertiggestellt. Für den ersten Leitmieter (Adesso) wurden die Büros bereits realisiert. Hierfür hat Concular eine eigene Lackierkabine sowie eine Werkstatt direkt im Gebäude eingerichtet, um die Systemtrennwände vor Ort aufzubereiten. Nach der von Concular angefertigten Werks- und Montageplanung wurden rund 1.400 m² der Trennwände fachgerecht remontiert. Auf diese Weise entsteht ein geschlossener Materialkreislauf, der Design, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit vereint.

Digitale Materialerfassung und Wiederverwendung

Concular führte im Rahmen des Projekts ein Pre-Deconstruction Audit durch und schuf so die Grundlage für einen effizienten Materialkreislauf. Alle Bauteile wurden digital dokumentiert und in der Concular-Plattform erfasst. Auf dieser Basis erfolgte die Materialaufbereitung, Zwischenlagerung und spätere Vermarktung über Concular Spaces.

Ein besonderer Fokus lag auf den Systemtrennwänden des Gebäudes. Diese wurden im Zuge des Rückbaus sorgfältig demontiert, in der Tiefgarage des Gebäudes zwischengelagert und vor Ort erneut aufbereitet. Durch das hochwertige Refurbishment entstand kein Qualitätsverlust gegenüber Neuware. Ein Teil der Elemente kam anschließend in einem Berliner Büroprojekt von UNDKRAUSS und MBN wieder zum Einsatz. Damit gelang eine geschlossene Kreislaufführung über mehrere Jahre hinweg – ein praxisnahes Beispiel für Circular Economy im Innenausbau.

2025 SPA Prisma ©Credit Sonar Lars Gruber Showroom OG8 04
2025 SPA Prisma ©Credit Sonar Lars Gruber Showroom OG8 02

Zirkuläre Sanierung mit messbarer Wirkung

Das Ergebnis des Projekts unterstreicht den ökologischen und wirtschaftlichen Mehrwert zirkulären Bauens: Durch die Wiederverwendung und Remontage der Materialien konnten rund 20 – 30 Prozent der Kosten gegenüber Abbruch und Neukauf eingespart und 150 Tonnen CO₂-Emissionen vermieden werden.

Das Projekt Prisma zeigt, dass zirkuläres Bauen im Bestand reale Vorteile für Bauherr:innen, Planer:innen und Umwelt bringt. Mit der konsequenten Anwendung von digitalen Prozessen, Materialpässen und Wiederverwendungsstrategien wird die Sanierung von Bestandsgebäuden zu einem entscheidenden Hebel für die Dekarbonisierung der Bauwirtschaft. Wir freuen uns daher auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Projektteam um Michael Theil und Holger Hosang.

Ein Beispiel für die Zukunft des Bauens

Mit Prisma Frankfurt beweist Concular Spaces, dass nachhaltige Sanierung und wirtschaftliche Effizienz kein Widerspruch sind. Durch die enge Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten, die digitale Erfassung von Ressourcen und die gezielte Wiedereinbringung aufbereiteter Materialien entsteht ein neuer Standard für den verantwortungsvollen Umgang mit Baustoffen.

Das Projekt steht stellvertretend für den Ansatz von Concular: Baumaterialien als Ressourcen zu verstehen, ihre Lebenszyklen zu verlängern und zirkuläre Prozesse in der Bau- und Immobilienbranche zu verankern. Damit wird Prisma Frankfurt zu einem wegweisenden Beispiel für die Umsetzung von Circular Construction in Deutschland.

Fotocredit: Sonar/Lars Gruber